Waldheim in Sachsen
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Geschichte der Justitzvollzugsanstalt

Jahr Was ist passiert?
1271 Erste urkundliche Erwähnung als Burganlage (Ritter Heinrich von Waldheim).  
1404 Dietrich von Beerwalde verwandelt die Burg in ein Augustinerkloster. 
1588 Umbau der Gebäude zum Jagdschloss durch den sächsischen Kurfürsten Christian I. .
1716 Einrichtung des "Allgemeinen Zucht-, Armen- und Waisenhauses" durch den
Kurfürsten Friedrich August I. (Einweihung am 3. und 4. April 1716).
Die Waldheimer Einrichtung bildet die historische Grundlage für alle späteren Landesstraf-, Erziehungs- und Krankenstationen. Aufbau und Struktur beruhen auf Erfahrungen der ersten holländischen und deutschen Zuchthäuser.
Am Anfang waren nur 20 Prozent der Insassen Züchtlinge. Errichtung des Back- und Brauhauses (Abriss 1993) und Einrichtung von Schneiderei, Schuhmacherei und weiteren Hauswerkstätten.
1830 Umwandlung zum reinen Zuchthaus
1838 Mit Inkrafttreten des "Sächsischen Criminalgesetzbuches" erfolgt die Verschärfung der Vollzugspraxis. Die Waldheimer Anstalt verwandelt sich in eine der berüchtigtsten und gefürchtetsten in ganz Deutschland.
1871 Mit der Reichsgründung wird dem Gedanken der Besserung und Umerziehung der Straftäter wieder mehr Aufmerksamkeit gewidmet.
1876 Einrichtung der ersten deutschen Irrenanstalt für männliche geisteskranke Verbrecher.
1886 Errichtung eines neuen Zellenhauses "Bremen" im nördlichen Teil der Anstalt, Einrichtung des Frauenzuchthauses außerhalb der Anstalt.  
1923 Überführung der Anstalt in die Zuständigkeit der Justizverwaltung. 
1933 Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten erfolgte die Einordnung in das System der Gewaltherrschaft, fast die Hälfte der Insassen (1703) waren politische Häftlinge
1945 Befreiung durch die Rote- Armee der Sowjetunion am 07. Mai. Die Mehrzahl der Häftlinge wurde auf freien Fuß gesetzt.
1946 Vom Juli bis November Nutzung durch die Sowjetische Militäradministration in
Deutschland.  
1947 Wieder reguläre Belegung der Anstalt mit Deutschen Inhaftierten (Am 1. Dezember 2430 Inhaftierte.).  
1950 Aus den aufgelösten sowjetischen Internierungslagern Buchenwald, Bautzen und Sachsenhausen treffen 3.432 Häftlinge in Waldheim ein. Am 12. April Beginn der "Waldheimer Prozesse". In der Nacht vom 3. zum 4. November Hinrichtung von 24 der 32 zum Tode Verurteilten.
1967 Das ehemalige Frauenzuchthaus (außerhalb der Anstaltsmauer) wird dem Gesundheitswesen übergeben (Einrichtung eines psychiatrischen Krankenhauses) und das im Anstaltsbereich befindliche psychiatrische Krankenhaus wird das „Zentrale Haftkrankenhaus für Neurologie und Psychiatrie“ des Strafvollzuges der DDR (Heute Haus 4 - Sozialtherapeutische Abteilung).
1968 Umbau der Kirche zu einer "Mehrzweckhalle" (Sport, Veranstaltungen, Gottesdienste).
Umbau des "Neuen Zellenhauses" (heute Haus I) mit überwiegend Hafträumen im 3er-Trakt-System (Kollektiverziehung). Sprengung des "Kuhstalls" (Altes Zellenhaus)
1971 Bau der "Alten Werkhalle".
1976 Bau der "Neuen Werkhalle".
1977 Neues Strafvollzugsgesetz.
1987 Ausbau der Kirchenorgel und Übergabe an die Lutherkirche in Meißen.
1990 Übernahme der Anstalt durch das Sächsische Staatsministerium der Justiz.  
1991 Oktober - Gefangenenbestand: 41  
1995 Einrichtung einer Jugendabteilung (Ende 1997 wieder geschlossen). Eröffnung der Sozialtherapeutischen Abteilung (für Gefangene aller sächsischen Anstalten).
Eröffnung des offenen Vollzuges mit einer Abteilung außerhalb der Anstalt.
2001 Sanierungsbeginn des großen Hafthauses I ("Neues Zellenhaus - Bremen") und der "Neuen Werkhalle".
2002 Sanierungsbeginn des Verwaltungsgebäudes und der Umwehrungsmauer.
Fortsetzung der Sanierung Hafthaus I.
2003 Sanierungsbeginn Anstaltskirche, Fortsetzung der Sanierung Hafthaus I. Oktober- In der Anstalt wird für Deutschland erstmalig der Strafvollzug von sächsischen Ersttätern konzentriert. Neben der Behandlung Gefangener in der Sozial- therapeutischen Abteilung wird Waldheim die Freiheitsstrafe nur noch an
Ersttätern ab einer Mindestverbüßungsdauer von 2 Jahren vollziehen.
2004 Sanierungsabschluss und Bezug Hafthaus I. Es sind acht räumlich getrennte Haftbereiche mit jeweils 24 Einzel- und einem Dreierhaftraum entstanden.

Vielen Dank für das Erstellen der Zeittafel an Gunter Zetzsche, Leiter des Strafvollzugsmuseum in Waldheim.