Waldheim in Sachsen
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Stadtgeschichte

Letzte Änderung am Samstag, 25. März 2017 um 19:06:52 Uhr.

Jahr Was passiert da?
1008 Vermutlich Hochwasser in Waldheim (Quelle: Die große Wassersnot in Sachsen 1897"), kein Bezug auf Waldheim, werden aber große Hochwasser aller Flüsse in Sachsen angegeben
1118 Vermutlich Hochwasser in Waldheim (Quelle: Die große Wassersnot in Sachsen 1897"), kein Bezug auf Waldheim, werden aber große Hochwasser aller Flüsse in Sachsen angegeben
1324 Markgraf Friedrich belehnt den Leisniger Burggrafen Otto mit Waldheim und Zubehör
1336 Burggraf Otto von Leisnig (*1306- †1363) schenkt der Kirche St. Nicolai den Brückenzoll. Damit wird die Kirche verantwortlich für die Unterhaltung und Instandsetzung der Brücke. (Urkunde ausgestellt zu Penig, 1336)
02.-03.02.1342 oder 1343 Vermutlich Hochwasser in Waldheim (Quelle: Die große Wassersnot in Sachsen 1897"), kein Bezug auf Waldheim, werden aber große Hochwasser aller Flüsse in Sachsen angegeben
1361 In einer Urkunde tritt Burggraf Otto von Leisnig (*1306- †1363) seinen Vettern das Dörflein Waldheim an seine Vettern Heinrichen und Albrechtenten (Gebrüdere und Burggrafen zu Leisnig) ab.
1364 Johann Vogel führt im Schönburgischen Stamm- Register auf, dass Friedrich Herr von Schönburg Waldheim im Besitz hatte.
1391 St. Otto wird von einer "Capelle" zu einer Kirche erhoben, ein Kloster wird gestiftet. (Gestiftet von Dietrich von Beerwalde.)
26.01.1395 Aus der Urkunde der Gemahlin Dietrich vom 26. Januar 1395 verdanken wir die älteste Nachricht über die Zugehörigkeit der Stadt Waldheim und der Waldheimer Dörfer zur Herrschaft Kriebstein. Nach einem Eintrag im Kapitelbuch von 1394 des Hauptstaatsarchives aus dem Jahre 1394 umfaßt das Leibgut der Elisabeth folgende Stücke:

· Schloß Kriebstein;

· in Bernwald 3 Soldi und das Vorwerk;

· Tanneberg 7 Schock, 15 Groschen;

· die Stadt Waldheim mit ihren Zubehörrungen;

· das Dorf Ehrenberg;

· in den Dörfern Gruneberg, Richenberg. Schonberg, Nuenhuß, Geberspach und Massinye. Quelle: Frank Brühl
1405 Dietrich von Beerwalde erlässt die Innungsordnung für die Waldheimer Schuhmacher.
1405 In einer Urkunde Papst Gregors XII vom 01.01.1405 wird eine geweihte Kapelle St. Otto erwähnt. (Quelle: Bericht über die höhere Fortbildungsschule zu Waldheim von Ernst Eulitz, 1894)
01.01.1405 Gründungsdatum des Augustinerklosters, Kapelle erhält danach vermutlich Glockenturm und Glocke. Der Orden der Augustiner ist ein Bettelorden. (Quelle: Bericht über die höhere Fortbildungsschule zu Waldheim von Ernst Eulitz, 1894)
1407 Dem Augustinerkloster wird durch Dietrich von Beerwalde Dorf und Vorwerk Massanei mit allen Zinsen, Gulden, Renten, Genüssen, Hölzern, Feldern, Fischen, Weiden, Gerichten, Ehren, Würden, Freiheiten, Gewohnheiten gestiftet.
1423 Das Kloster wird formell dem Ordensprovinzial Professor der Theologie Johann Zachariä in Erfurt unterstellt. (Quelle: Bericht über die höhere Fortbildungsschule zu Waldheim von Ernst Eulitz, 1894mit Bezug auf Manuskript der Königlichen Hof- und Staatsbibliothek München, Seite 447)
1430 Vermutlich Hochwasser in Waldheim (Quelle: Die große Wassersnot in Sachsen 1897"), kein Bezug auf Waldheim, werden aber große Hochwasser aller Flüsse in Sachsen angegeben
Juli 1432 Vermutlich Hochwasser in Waldheim (Quelle: Die große Wassersnot in Sachsen 1897"), kein Bezug auf Waldheim, werden aber große Hochwasser aller Flüsse in Sachsen angegeben
1433 Vermutlich Hochwasser in Waldheim (Quelle: Die große Wassersnot in Sachsen 1897"), kein Bezug auf Waldheim, werden aber große Hochwasser aller Flüsse in Sachsen angegeben
1478 Innungsordnung der Weberinnung wird für Waldheim erstellt.
01.05.1484 Die Innungsordnung für Tuchmacher- und Schneiderinnung werden erstellt. Quelle: Waldheimer Tageblatt 17/1924
1491 Vermutlich Hochwasser in Waldheim (Quelle: Die große Wassersnot in Sachsen 1897"), kein Bezug auf Waldheim, werden aber große Hochwasser aller Flüsse in Sachsen angegeben
15. Jahrhundert Zusätzlich zum Ackerbau entwickeln sich die Leineweberei und die Tuchmacherei. Später wird die Barchentweberei zum Hauptgewebe.
1504 Eine Lateinschule wird erwähnt.
02.12.1537 Elisabeth von Hessen (auch mit Beinamen von Rochlitz bekannt (da als Wittum nach Tod ihres Mannes bekommen) erliess eine Zuschrift an alle Räte und Priester ihres Landes, was als Geburtsbrief der Reformation für das Rochlitzer Amt und die Kriebsteiner Herrschaft gilt. Dies trifft nur für die rechte Seite der Zschopau zu. Die linke Seite gehört zur Pfarrgemeinde Hartha, die erst ab 1539 sich zur Reformation bekennt.
01.05.1549 Das Kloster wird durch Auswirkung der Reformation von Georg von Carlowitz aufgelöst und bestimmte Anteile dessen Besitzes der Waldheimer Kirche zugeordnet. Die Namen Klostergasse und Pfaffenberg, die heute noch existieren stammen aus dem 15. Jahrhundert.
1555 Das ehemalige Kloster wird durch die vier Söhne Georgs von Carlowitz zu einem Schloss umgebaut.
1557 Innungsordnungen für Fleischer, Bäcker, und Böttger werden erstellt.
1561 Der Besitz Georg von Carlowitz wird durch seine Söhne in die Rittergüter Ehrenberg, Kriebstein, Waldheim und Schweikershain geteilt. Waldheim ist nicht mehr so eng mit Kriebstein verbunden und gewinnt damit zunehmends an Selbständigkeit.
13.08.1573 Hochwasser in Waldheim (Quelle: Die große Wassersnot in Sachsen 1897")
1574 Rudolf von Carlowitz erwirbt von seinem verarmten Bruder Otto das verschuldete Gut Waldheim.
1588 Kurfürst Christian I. übernahm auf Grund des Konkurses der Familie von Carlowitz 10.07.1588 den Waldheimer Besitz. Dazu gehörten die Stadt, das Schloß, die Klostergärten, ca. 450 Acker Grundbesitz, die Zschopaufischerei sowie die Naturalabgaben und Frondienste einschließlichder Hand- und Spanndienste der Dörfer.
1588-1592 Das Schloß wird mit großem Aufwand in ein Jagdschloß und die Kirche in eine Schloßkirche umgebaut. Christian I. erlebt die Einweihnung am 09.08.1592 nicht mehr.
1602 Vermutlich Hochwasser in Waldheim (Quelle: Die große Wassersnot in Sachsen 1897")
1606 Die Bäckerinnung siedelt sich an.
1616-1648 Durch den Dreißigjährigen Krieg entstehen große Schäden durch Plünderungen, Kontributionen, Brände und Seuchen. Waldheim besitzt keine Stadtmauer oder ähnlich schützende Dinge. Über zwei Drittel der Stadtbevölkerung verliert ihr Leben.
1624 Durch Kurfürst Johann Georg I. von Sachsen wird am Breitenberg ein Serpentinsteinbruch errichtet. 1632 wird der Abbau eingestellt.
1632/33 Die Pest fordert 400 Tote.
05.07.1634 Ein großer Stadtbrand zerstört die ältesten Häuser am Schloßplatz. Quelle: Waldheimer Tageblatt 05.07.1924, Nr. 27
1639 Die Brücke von Waldheim wird durch die Schweden befehligt vom General Trautsch zerstört. Mehr als zwei Drittel der Bevölkerung sterben bei diesem furchtbaren Völkergemetzel. Nur ein einziges Bauerngut bleibt in Richzenhain erhalten.
1648-1680 Langsam erholt sich die Bevölkerung von diesen Schäden. Ein großen Anteil haben die Weber durch ihren Fleiß und ihre Geschäftigkeit.
1680 Waldheim besteht aus 200 Häusern und teilt sich in eine innere Stadt und den Vorstädten auf, die vor den Toren liegen. Es gibt vier davon: Ober-, Mittel-, Nieder- und Brückentor.
1680 und 1682/83 Erneut hält die Pest Einzug.
23.07.1684 Erneut vernichtet ein verheerender Stadtbrand nachmittags um 2 Uhr Waldheim. Er brach im Schulstall der Schule aus und wurde vermutlich gelegt, ähnlich wie am 24.06. des selbigen Jahres. 114 Bürgerhäuser mit allen Seiten-, Neben- und Hintergebäuden und die Kirche gehen verloren. Auf dem Rathaus wird das gesamte Ratsarchiv vernichtet.
1686 Die Stadtkirche wird nach dem Brand von 1684 zu Pfingsten wieder eingeweiht.
03.05.1698 Im Haus Obermarkt 47 wird ein Postamt II. Klasse eröffnet. Johann Heinrich Müller wird als Postverwalter eingewiesen.
09.05.1698 Die 1. Postkutsche fährt durch Waldheim.
1700-1716 Von 1700 bis 1716 verarmt das Land durch verschiedene Kriege immer mehr. Viele verlieren Heim und Halt. Durch die Not werden die Menschen gezwungen zu betteln und zu stehlen. Versprengte Gruppen von Soldaten ziehen raubend, mordernd und plündernd durch das ganze Land.
1716 Kurfürst August der Starke lässt das stark verfallene Schloß in ein kursächsisches Zucht-, Armen- und Waisenhaus umwandeln. Was die Stadt Waldheim bis heute prägt.
1720 Erlass einer Feuerordnung
1724 Bau eines neuen Spritzenhauses auf der Südseite der Kirche
August 1724 Die Postmeilensäule wird errichtet.
1726 Waldheim besteht aus 215 Häusern.
1728 11 Häuser werden bei einem Brand vernichtet.
1735 5 Häuser werden bei einem Brand vernichtet.
17.- 18.08.1758 4000 Österreicher übernachten in Waldheim (7jähriger Krieg).
1761 Die Preußen plünderen Waldheim vollständig aus und brandschatzen es.
1763 Johann Paul Trenckmann von Beruf Geometer aus Geringswalde vermisst als erstes im Jahr 1763 die Grundstücke in Waldheim. Flächeninhalt von 42414 Ruten und 67 Schuh (oder auch 283 Scheffel 2 Viertel).
1771 Waldheim besteht aus 225 Häusern. Der Kreissteuer- Revisor Scharnack wird nach Waldheim beordert um genaue Werte von Grundstücken zu ermitteln. Dies ist wahrscheinlich das erste Flurbuch (ohne Angabe von Größen der Grundstücke) was entstand und bis 1832 fortgeführt wird.
24.-28.02.1784 Hochwasser in Waldheim (Quelle: Die große Wassersnot in Sachsen 1897")
27.07.1790 Johann Wolfgang Goethe übernachtet im Hotel Goldener Löwe auf seiner Reise nach Schlesien. Quelle: Waldheimer Tageblatt 30.08.1924, Nr. 35
17.11.1794 Friedrich Albert Fallou gründet den Serpentinsteinbearbeitungsverein.
02.09.1800 Heinrich von Kleist durchquert Waldheim mit einer Postkutsche. Quelle: Waldheimer Tageblatt 30.08.1924, Nr. 35
12.-14.06.1804 Vermutlich Hochwasser in Waldheim (Quelle: Die große Wassersnot in Sachsen 1897")
21.03.1810 Nach 10 Uhr am Abend brennen Rathaus, Schule und 11 weitere Gebäude ab. Quelle: Waldheimer Tageblatt 1924, Nr. 43
06.05.1813 Kosaken setzen auf ihrer Flucht vor der französichen Armee die Zschopaubrücke in Brand.
06.- 07.05.1813 Napoleon übernachtet im Tuchmacherhaus Riehle.
17.- 18.08.1813 Johann Wolfgang Goethe übernachtet auf seiner Reise von Teplitz nach Weimar in Waldheim. Quelle: Waldheimer Tageblatt 30.08.1924, Nr. 35
1823 Die Bahnhofstraße entsteht.
Herbst 1825 Die erste sächsiche Eilpost zwischen Dresden und Leipzig führt auf einer regelmäßgien Tour durch Waldheim.
04.01.1830 Carl Friedrich Seidel gründet die 1. Leihbibliothek am Obermarkt 3.
1830 Das Zucht-,Armen- und Waisenhaus dient nur noch als Zuchthaus.
10.04.1831 Morgens 2 Uhr bricht beim Bäckermeister Karl Gottlob Löscher in der Oberstadt ein Feuer aus.2 Menschen sterben (Bäckermeister Zwintz(?)scher & Webermeister Weiße. 72 Häuser werden vernichtet und 200 Familien sind obdachtlos.
29.06.1831 In der 3. Morgenstunde ensteht im Haus des Lohgerbers Reinhold ein Feuer (Niederstadt). 22 Gebäude werden zerstört.
20.05.1832 Gegen 0:30 Uhr entsteht ein neuer Brand. 40 Gebäude inkl. Kirche und 3 Scheunen werden vernichtet.
1835 Gründung des Gesangvereines Germania
1837 Eine Zigarrenfabrik wird im Gefängnis eingerichtet.
09.10.1839 Breitenberg wird ein Ortsteil von Waldheim. Quelle: Waldheimer Tageblatt 06.10.1923, Nr. 40
13.11.1842 Die neue Stadtkirche Sankt Nicolai auf dem Kellerberg wird eingeweiht.
01.12.1843 2841 Einwohner leben in 280 Wohngebäuden.
06.01.1845 Gründung des Landwirtschaftlichen Vereines
04.01.1847 Gründung der Waldheimer Sparkasse
1848 Nach der Revolution von 1848 ist es Herrn Tuchmacher Karl Friedrich Seidel möglich eine Buchdruckerei zu gründen ohne der Zunft der Buchdrucker anzugehören. (Quelle: Weltplätze der Industrie & des Handels Waldheim & Umgebung, Seite 14)
28.11.1848 Gegen 7:30 Uhr bricht im Haus des Glasermeisters Holzsch am Niedermarkt ein Feuer aus. 10 Wohnhäuser und 9 Hinterhäuser werden vernichtet. 252 Menschen werden obdachlos.
16.10.1849 König Friedrich August II. hält bei einer Reise aus dem Voigtland mit seinen beiden Söhnen Albert und Georg in Waldheim an und besucht die Bankrottmeile, wobei sie am Heiligenborner Viadukt mit der Besichtigung beginnen, die über Limmritz bis nach Döbeln führt. Quelle: Waldheimer Tageblatt 1924, Nr. 41
20.07.1850 11 Scheunen brennen in der heutigen Mittweidaer Straße nieder.
1851 A.H.A. Bergmann erfindet die Zahnseife (später Zahnpasta).
12.07.1851 Beim Bau des Diedenhainer Viaduktes verunglückt ein Maurer tödlich und vier werden schwer verletzt. Das Hängegerüst war überladen.
16.08.1851 Am Heiligenborner Viadukt wird der Schlußstein gesetzt.
21.08.1851 Der 1. Waldheimer Briefkasten wird am Obermarkt 47 angebracht.
20.07.1852 14 Gebäude (darunter das Gebäude Hospital zum Kreuz) fallen einem Brand an der heutigen unteren östlichen Bahnhofstraße zum Opfer.
01.08.1852 Die Strecke von Chemnitz bis Limmritz wird erstmals mit einer Lokomotive befahren.
01.09.1852 Die Bankrottmeile auf Grund von vielen Felseinschnitten, Viadukten, etc. bei Waldheim wird fertigtgestellt. Die Bahnstrecke Riesa-Chemnitz über Döbeln-Waldheim-Mittweida wird eingeweiht.
1853 In diesem Jahr leben bereits 3355 Einwohner in Waldheim.
19.08.1853 Die Obermühle brennt ab.
01.09.1853 An der Bahnlinie Chemnitz- Riesa wird der elektromagnetische Telegraph in Betrieb genommen.
08.07.1854 Hochwasser durch ergiebigen Regen und anschwellen der Zschopau, Mortel- und Gebersbacher Bach.
04.10.1855 Einweihung des neuen Friedhofes
09.01.1856 Ein Bahnhofsbriefkasten wird am Bahnhof angebracht.
28.08.1856 1. Lokale Feuerordnung tritt in Kraft.
07.04.1857 In Waldheim wird zum letzten Mal Brennholz angeflößt. Ab da gibt es keinen Floßplatz mehr.
10.11.1858 Gründung des Turnvereins
07.04.1862 Das letzte Mal wird Holz an Waldheim vorbei geflößt.
28.06.1862 Einweihung der neuen Zschopaubrücke
21.08.1862 Grundsteinlegung der Georg- Kolbe- Schule (heute Förderschule)
06.01.1863 Gründung der Freiwilligen Feuerwehr in Waldheim
01.07.1863 Ein weiteres Postamt am Bahnhof wird in Betrieb genommen.
07.10.1864 1. Schultag in der neuen Schule (heute Förderschule) 679 Schüler werden angegeben.
09.05.1865 Das Cafehaus an der Bahnhofstraße brennt ab.
1865/66 Erbauung der Gasanstalt
20.06.1864 König Johann von Sachsen besucht Waldheim und übernachtet im Hotel Goldener Löwe.
12.12.1866 Das Gaslicht für die Beleuchtung von Plätzen und Straßen geht in Betrieb.
01.02.1867 Durch Herrn Robert Naumann wird die Serpentinsteinwarenfabrik gegründet.
08.12.1869 Der Verschönerungsverein wird gegründet.
20.01.1871 Das städtische Waldheimer Kranken- und Armenhaus wird eröffnet.
06.07.1871 Mehrere hundert Arbeiter (vorwiegend Zigarrenarbeiter) treffen sich um gegen ihre Not zu protestieren.
08.07.1871 Streik der Zigarrenarbeiter
31.07.1871 Rückwirkend erhalten alle Arbeiter eine 10 bis 15% Lohnerhöhung (Weber- und Zigarrenarbeiter)
02.09.1871 Einweihung Siegesturm Bilder
01.12.1871 Waldheim hat inklusive Militär (160) und Gefangenen (1407) 6722 Einwohner.
12.12.1871 Durch das königliche Gerichtsamt wird festgelegt, das Kinder unter 12 Jahren nicht zur regelmäßigen Beschäftigung herangezogen werden dürfen. Die Arbeitszeit für die, die noch nicht das 14. Lebensjahr vollendet haben, dürfen nicht länger als sechs Stunden und zwischen 14 und 16 Lebensjahr nicht länger als 10 Stunden arbeiten.
28.04.1874 Die "Höhere Fortbildungsschule" (Handelsschule) wird unter Leitung Dr. Trinks eröffnet.
12.08.1875 Ein Aktienverein weiht das "Franzensbad" ein, welches sich im Wehrteich der Brückenmühle an der Mittweidaer Straße befand. Zu Ehren des 1. Direktors Billeteur Franz Robert Rössel trägt es diesen Namen. Quelle: Waldheimer Tageblatt 05.05.1923, Nr. 18
04.09. bis 06.09.1875 6. Sächsischer Feuerwehrtag in Waldheim. 2340 Feuerwehrmänner nahmen daran teil.
01.10.1875 Gründung des Geflügelzüchtervereines
1876 Straßennamen werden eingeführt.
09.10.1876 Eine weitere Schule (nördlicher Teil, siehe Bilder Grundschule) wird eingeweiht.
Ende November 1876 Einrichtung der ersten deutschen Irrenanstalt für männliche geisteskranke Verbrecher.
1879 Alle Häuser erhalten ein sichtbares Kataster.
23.08.1879 Das Franzensbad löst sich aus seiner Verankerung und wird fortgerissen. Die in der Zeit darin badende Elisabeth Pfeil konnte durch die Männer Friedrich Hälsig und Traugott Richter gerettet werden, indem sie sie nach der Zschopaubrücke aus dem Wasser zogen. Quelle: Waldheimer Tageblatt 05.05.1923, Nr. 18
06.10.1881 Der Städtische Schlachthof wird eingeweiht.
01.10.1883 Bezirksfeuerwehrtag in Waldheim
1885 Gründung des Jünglingvereines
1885/86 Verbreiterung der Zschopaubrücke
1886 Erweiterung des Schulbaus (Südlicher Teil, siehe Bilder Grundschule)
02.10.1887 Bezug des Gerätehauses der Freiwilligen Feuerwehr in der Gartenstraße
25.09.1888 Es wird mit den Verlegearbeiten der ersten Telefonleitungen begonnen.
01.05.1889 Es gibt 45 Betriebe mit mehr als 10 Arbeitern.
18.05.1892 Der Schornstein der Ziegel wird abgebrochen.
1893 Gründung des Jungfrauenvereines
07.12.1893 Die 20,7km Bahnstrecke Waldheim- Hartha- Rochlitz wird eingeweiht. Die Bauzeit beträgt 13 Monate.
1893/94 Die Fernsprechleitung Mittweida- Waldheim- Döbeln wird gebaut.
01.07.1895 Die neue Stadtpost Postamt II wird eingeweiht, die Posthalterei am Obermarkt 47 geschlossen.
24.09.1895 Baubeginn der Bahn Waldheim- Kriebethal durch die Firma Neumeister & Bischof aus Moritzburg
10.12.1896 Die Bahnstrecke Waldheim-Kriebethal wird eingeweiht. Sie dient hauptsächlich der Belieferung der Papierfabrik Kriebstein.
1897 Rentier Ulrich aus Werdau lässt die Sellesche Aue trocken legen und gibt sie zur Bebauung frei. Er ist baulich auch verantwortlich für die Brücke über den Mortelbach. Es entstehen Aue- und Oststraße.
1897 Die Schule (heutige Grundschule) wird um ein Stockwerk aufgestockt.
22.03.1897 Einweihung des Kaiser Wilhem Denkmals Bilder
Mai 1897 Im Rahmen des Eisenbahnbaues nach Kriebethal wird die Carolahöhe (Aussichtspunkt auf dem Pfaffenberg), benannt nach der sächsischenKönigin Carola gebaut und eingeweiht.
30.-31.07.1897 Hochwasser in Waldheim Bilder
01.02.- 23.04.1898 Beginn Abriss des alten Rathauses und angrenzender Gebäude
30.08.1899 300 geladene Gäste feiern den 150. Geburtstag von Goethe. Ausgerichtet wurde diese Feier vom Pädagigischen Verein Waldheim im Schützenhaus. Quelle: Waldheimer Tageblatt 30.08.1924, Nr. 35
09.10.1899 Gründung der Innung für das Barbier-, Friseur- und Perückenmachergewerbe Quelle: Waldheimer Tageblatt 1924, Nr. 40
18.11.1899 Grundsteinlegung des neuen Rathauses
Oktober 1900 In der Albertstraße 10 wird von Frau Zaulich ein Kinderheim eröffnet. Sie betreut die Kinder von Arbeitern während deren Arbeitszeit. Für 1 Mark pro Woche gab es sogar ein Mittagessen. (Quelle: Waldheimer Tageblatt 1925, Nr. 39)
10.11.1900 Hebe- und Richtfest des neuen Rathauses
01.07.1901 Der Handelsschutz- und Rabatt- Spar- Verein wird gegründet. (Quelle: Waldheimer Tageblatt 1925, Nr. 33)
05.08.1901 Das Rathaus erhält seine Glocke.
1902 Bienenausstellung in Waldheim
02.10.1902 Einweihung des neuen Rathauses.
06.09.1903 Einweihung des Wettinbrunnens. Bilder
07.04.1904 Die Waldheimer Bank eröffnet den 1. "Safe- Depot- Panzerschrank" mit 60 Einzelfächern zum deponieren von Aufbewahren von Urkunden, Dokumenten, Wertpapieren, etc. ....
30.05.1904 Der Bezirkstag des Barbier-, Friseur- und Perückenmacher- Innungsverbandes tagt in Waldheim.
20.-22.08.1904 Waldheimer Heimatfest Bilder
01.06.1905 2/3 des Ortes Richzenhain wird als Ortsteil eingemeindet.
20.11.1905 Das Städtische Elektrizitätswerk wird in Betrieb genommen.
1906 Anbau der beiden Flügel mit einem geräumigen Treppenhaus an der heutigen Grundschule.
03.03.1906 Die Arbeiter der Holzbranche streiken für eine 54 Stundenwoche und höheren Lohn.
17.03.1906 König Friedrich August III. besucht Waldheim.
17.05.1906 Die Maurer und Zimmerleute streiken.
24./25.01.1907 Treibeisstauung auf der Zschopau, dadurch Überflutung flussnaher Gebäude. Bilder
13.-22.06.1908 Gastwirtsverbandtag
04./05.02.1909 Hochwasser auf Grund von Eisgang; Wasserhöhe 4,40m
28.05.- 08.07.1909 Die Löter der Blechspielwarenfabrik Kühnrich streiken.
16.-20.06.1912 Verbandstage des Bäcker- Innungsverbandes Saxonia
18.08.1912 Zeppelin Viktoria Luise überfliegt Waldheim Bilder
01.-03.09.1912 Gauverbandsschiessen mit Schiesshallenweihe (?)
13.01.1913 Inbetriebnahme der öffentlichen elektrischen Feuermeldeanlage mit 7 Straßenmeldern
13.-15.07.1913 20. Gauturnfest des Mulden- Zschopautaler Turngaues
1914-1918 549 Bürger verliert Waldheim im 1.Weltkrieg.
15.02.1917 Rathausglocke wird beschlagnahmt. 1919 kann sie unversehen zurück gegeben werden.
15.08.1918 Das Reformrealprogymnasium mit Realschule wird in Lutherschule umbenannt und befindet sich ab da in der Härtelstraße im gestifteten Gebäude von Herrn Niethammer aus Kriebethal.
09.11.1918 Waldheimer Arbeiter schlossen die Fabrik Dietzmann und Schönherr (Herstellung u.a. von Granaten) und besetzten die Zschopaubrücke und hinderten andere Arbeiter in die Betriebe arbeiten zu gehen.
03.07.1921 Weihung der Stahlglocken für die Kirche St. Nicolai
01.01.1922 Am heutigen Lindenplatz beginnt die Entwicklung der Gendarmeriesiedlung.
26.09.1923 Das Reichsfinanzministerium verbietet die Fertigung und Ausgabe von Notgeld.
1924 Es gibt in Waldheim 543 Arbeitslose.
01.09.1924 Die Pflasterung der Heiste wurde abgeschlossen. Quelle: Waldheimer Tageblatt 30.08.1924, Nr. 35
1925 Richtfest der katholischen Kapelle in der Schillerstraße.
02.04.1926 Die 1. Omnibusverbindung zwischen Leisnig über Hartha und Waldheim wird in Betrieb genommen.
1926 Es gibt in Waldheim 600 Arbeitslose.
25.04.1927 Frau Ilse Frenkel eröffnet am Obermarkt 6 einen Privatkindergarten.
1929 Es gibt in Waldheim 1200 Arbeitslose.
1930 Es gibt in Waldheim 2145 Arbeitslose.
10.11.1931 Aus Anlass des 450. Geburtstages von Dr. Martin Luther wird auf der "Schönen Aussicht" (Breitenberg) vom Verschönerungsverein ein Gedenkstein aufgestellt. Diese Waldheimer Höhe erhellt den Namen Lutherhöhe.
04.03.1933 Die KPD Zentrale im Hinterhaus in der Bahnhofstraße 53 wird geschlossen.
11.03.1933 16 Menschen aus Waldheim werden verhaftet. Diese hatten Funktionen in den Parteien KPD und SPD inne. 120 Hausdurchsuchungen wurden vorgenommen (wahrscheinlich gesamter Kreis Döbeln). Folgende Personen wurden inhaftiert: Friedrich Beyer, Karl Franke, Walter Hoppe, Martin Illgen, Hubert Kasperzik, Paul Koch, Arthur Ludewig, Erich Müller, Rudolf Müller, Hans Miedtank, Gerhard Naepel, Max Schwarze, Kurt Zschau, August Zierdt, Max Kunze, Genosse Engelmann)
09.06.1933 Bücherverbrennung in Waldheim, durchgeführt durch die Hitlerjugend auf dem Obermarkt Quelle: Waldheimer Tageblatt Jahrgang 1933, 08.06.1933, Nr. 131
19.-23.08.1939 Waldheimer Heimatfest
01.02. bis 02.03.1940 Abtransport von 235 Patienten aus Heil- und Pflegeanstalt im Rahmen der Organisation T4 in die Tötungsanstalt Brandenburg an der Havel. Alle Patienten werden vergast. Quelle: Psychiatrie in Waldheim von Sonja Schröter, Seite 129- 136
14.04.1945 Ca. 1400 Häftlinge aus dem KZ- Außenlager der HASAG Colditz durchqueren nachmittags Waldheim auf dem Todesmarsch von Colditz- Waldheim- Freiberg- Richtung KZ- Theresienstadt. Sie legen eine Pause auf einer Wiese in Richtung Massanei ein. Ein Denkmal weißt heute noch darauf hin. Die Evakuierung begann in Colditz 11 Uhr. Der Transport kam am 27.04.1945 mit nur 377 Häftlingen an.
16.04.1945 Waldheim befindet sich jetzt Mitten im Frontgebiet. Ab jetzt werden vereinzelt Gefangene entlassen.
21.04.1945 Gegen 3 Uhr am Morgen fällt eine einzige Granate aus einem amerikanischen Geschütz in das Grundstück des Tischlermeisters Fritzsche in der Auestraße. Dieser stirbt wenige Tage später an seinen Verletzungen.
06.05.1945 Ca. 22 Uhr treffen sich eine Patrouille von Company B des 50th Armored Division des VIII. Corps der 9. Armee der amerikanischen 12. Armeegruppe und eine Patrouille der 117. Garde- Schützendivision des 102. Schützenkorps der 13. Armee der 1. Ukrainischen Front in Waldheim Ecke Rathaus/ Zschopaubrücke.
07.05.1945 Ab Mitternacht beginnt der Einmarsch sowjetischer Verbände aus Richtung Ziegra kommend über den Meinsberger Berg nach Waldheim. Sie bewegen sich über die heutigen Straßen An der Schloßmauer, Dresdner Straße, Niedermarkt, Hainichener Straße Richtung Schönberg.
07.05.1945 Ab 4 Uhr morgengs beginnt die Besetzung der Stadt.
07.05.1945 Ab 10 Uhr werden die Gefangenen aus beiden Gefängnissen frei gelassen. Es kommt zu Übergriffen und Plünderungen.
08.05.1945 Die amerikanische Armee zieht sich zurück.
10.05.1945 Im Waldheimer Rathaus wird eine sowjetische Militärkommandantur eröffnet.
21.04. bis 29.06.1950 Es finden Prozesse gegen Menschen statt, denen Kriegs- und nationalsozialistische Verbrechen vorgeworfen werden. (Waldheimer Prozesse)
03.11. bis 04.11.1950 In der Nacht werden von 33 Todesurteilen 23 vollstreckt. 2 starben vorher, bei 8 wird das Urteil in Lebenslänglich umgewandelt.
22.-30.08.1964 Waldheimer Heimatfest
01.04.1968 Schönberg wird eingemeindet Bilder
24.08.1973 Heiligenborn mit Gilsberg wird eingemeindet. Bilder
01.03.1987 Einweihung der neu gebauten Oberschule in der Pestalozziestraße
27.12.1989 Beginn der Arbeit am "Runden Tisch" und des "Neuen Forum", mit der die Wende auch in Waldheim eingeleitet wird
01.08.1991 Es erfolgt der erste Spatenstich und Baubeginn im Gewerbegebiet.
01.01.1994 Gemeinde Reinsdorf wird eingemeindet. Bilder
1995 Freigabe der Ortsumgehung (4,2 km) mit der neuen, lange ersehnten
Niederstadtbrücke für den Verkehr.
1998 Der Kellerberg wird anlässlich der 800- Jahrfeier der Stadt Waldheim für die Besucher freigegeben.
2000-2001 Der Obermarkt wird neugestaltet.
04.08.2002 Einweihung der Postmeilensäule auf dem Obermarkt
12.08.-13.08.2002 Jahrhunderthochwasser in Waldheim; Überflutung der Zschopaubrücke am Rathaus
2003 Obermarkt und Zschopaubrücke am Rathaus sind wieder saniert.
2005 Der Niedermarkt wird neugestaltet übergeben. Waldheim erhält eine der modernsten Kläranlagen Europas.
01.01.2013 Die Orte Gebersbach, Heyda, Knobelsdorf, Massanei, Neuhausen und Rudelsdorf werden eingemeindet.
   

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Quellen

  • "Zur Geschichte der Stadt Waldheim- Waldheim zu Ende des 17. und 18. Jahrhunderts" von Ernst Eulitz; 1891
  • 50 Jahre Bestehens der FFW zu Waldheim, Andreas Hecht, 1913
  • Die große Wassersnot in Sachsen 1897
  • Die Schützengesellschaft zu Waldheim und ihre Schwestergilden im Rochlitzer Amt zur Reformationszeit von Prof. Dr. W. Clemens Pfau