Waldheim in Sachsen
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3. Spurensuche

3. Spurensuche

Eine Erkundung der Industriebahn ist aufgrund der interessanten Trassierung und beeindruckenden Brückenbauwerke auch ohne regulären Fahrbetrieb empfehlenswert. Verbunden mit einer Wanderung entlang der Talsperre Kriebstein lässt sich sogar ein zweiter Besuch bei der Mittweidaer Industriebahn realisieren. Gute Dienste leisten in jedem Fall die topografischen Wanderkarten Blatt 19 "Döbeln, Waldheim, Leisnig" und Blatt 20 "Hainichen, Mittweida" vom Landesvermessungsamt Sachsen.
Unsere Tour beginnt am Bf Waldheim mit seinem 1920 errichteten, architektonisch gelungenen Empfangsgebäude in Seitenlage. Der alte Personentunnel zu den Kriebethaler Gleisen an der Ladestraße ist noch vorhanden und begehbar. Bis zum Streckenabzweig ist ein kleiner Umweg durch die Stadt erforderlich.
An der Schillerhöhe trifft man wieder auf die Industriebahn, von der die ersten 350 m sogar zusammen mit der RC-Linie elektrifiziert wurden! Da der Zugbetrieb seit langem ruht, können wir unseren Weg ungestört entlang des Gleises fortsetzen. Die Strecke liegt hier merklich im Gefälle. Nach einem grasüberwucherten Abschnitt in Hanglage folgt der Viadukt am Lindenhof. Wer den Abstieg am südlichen Ende der Brücke nicht scheut, kann einen lohnenswerten Blick von unten auf die konstruktiven Details des Bauwerks werfen. Bis zum Gelände der Ldst Rauschenthal führt das Gleis am Osthang des Bornberges, hoch über dem Zschopautal entlang. Hier kann man neben zahlreichen morschen Schwellen auch den einen oder anderen Hektometerstein sichten. Im Juli 2001 waren die Steine 13, 16 und 21 noch auffindbar.
Ausgehend vom Bf Waldheim ist die Strecke bis Rauschenthal um fast 40 m gefallen. Erstaunlich viele Gleisanlagen künden hier vom Güteraufkommen früherer Zeiten. Für den weiteren Weg nach Kriebethal bietet sich statt des zugewachsenen Gleises der parallel verlaufende Wanderweg an, der gemeinsam mit der Eisenbahn die Zschopau überquert.
Kilometertafel aus dem Jahr 1955:

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Die Papierfabrik produziert zwar rund um die Uhr, trotzdem sollte man den Weg durch das Werksgelände wählen: Viele Gebäude und Gleisanlagen zeigen sich in ihrem Aussehen noch wie zur Eröffnung der Strecke im Jahr 1896. Mit etwas Glück trifft man auch die zwei Werkloks an und findet noch Gleisreste der längst abgebauten schmalspurigen elektrifizierten Werkbahn. Die letzten Hochbauten der Station Kriebethal wurden leider um 1982 abgerissen.
Seit kurzem steht mitten auf der Trasse in Richtung Kriebstein eine triste Produktionshalle, die derzeit noch wie ein Fremdkörper in der historisch gewachsenen Industrielandschaft des Zschopautals wirkt. Mit dem Erweiterungsbau und der erforderlichen Straßenverlegung wurden Anfang 2003 alle Gleisanlagen zwischen km 3,2 und dem Gleisende am km 3,421 abgebaut und die erst 1973 errichtete Gleiswaage abgerissen.
Die Zschopaubrücke zum Werkteil Kriebstein wird nach wie vor für den Straßenverkehr genutzt, wobei dieser durch die geringe Breite einspurig geführt werden muss. Das frühere Streckenende ist auch der Abschluss unserer Wanderung. Die idyllisch gelegenen Gebäude der Papierfabrik verfallen leider ungenutzt. Reste einer regelspurigen Drehscheibe und ein paar Meter Schmalspurgleis (mit Weichen!) haben den Rückbau 1952 auf dem Fabrikhof überdauert.
Die Überquerung der Zschopau am Fuße der Burg Kriebstein ist seit dem Hochwasser im August 2002 leider nicht mehr möglich, so dass für eine Fortsetzung der Tour ein Umweg über Ehrenberg oder Kriebstein einzuplanen ist. [7],[11]

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