Waldheim in Sachsen
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Härtel, Karl Theodor Max

Keine Angaben des Fotografen. Quelle: Museum Leisnig.

Bürgermeister & Ehrenbürger

* 06.11.1826 in Glauchau
† 14.08.1898 in Dresden

Abschrift aus dem Buch: "Waldheimer Heimatfest vom 20.-22.08.1904"

Geboren am 06.11.1826 zu Glauchau, besuchte die Fürstenschule zu Meißen, 1846-50 die Universität Leipzig, ward 1852 Patrimonialgerichts- Aktuar (Anmerk. d. Red.: Patrimonialgerichte waren die Gerichte der Grundherren, die jeweils eine eigene Gerichtsbarkeit hatten. Die Gerichtsbarkeit war an den Besitz eines Gutes (patrimonium) gebunden. Der Grundherr (z.B. Besitzer eines Rittergutes) war damit Gerichtsherr, zur Durchsetzung seiner Rechte bediente er sich jedoch meist eines juristisch gebildeten Gerichtsdirektors.), 1855 Advokat in demselben Jahr Bürgermeister in Hartha und am 12.09. 1865 Bürgermeister von Waldheim, welches Amt er bis Ende April 1896 bekleidete. Am 19.09.1896 zog er nach Dresden, wo er am 14.08. 1898 starb. Eine stark ausgeprägte Individualität, kurz und knapp in Wort und Entschluß, nie auf den Schein bedacht, geschäftsgewandt, von Natur auch geschäftseifrig und haushälterisch, stand er in der Zeit an leitender Stelle, in der sich Waldheim aus einer kleinen in eine Mittelstadt verwandelte. Die Welt, in der er lebte, war sein Amt und die Musik der Klassiker. Ihm und seinen Mitarbeitern ist es zu danken, daß Waldheim in allen Hauptsachen nicht hinter den größeren Nachbarstädten zurückblieb, in manchen Beziehungen aber ihnen vorauseilte. Ganz besonders hervorgehoben sei der Bau der Wasserleitung, dem er anfangs fast zu lange als entschiedenerGegner widerstrebte, den aber doch schließlich er in das Werk setzte. Am 12.09.1890 feierte er sein 25jähriges Amtsjubiläum, das ihm allgemeine Anerkennung brachte und bei dem ihm zu Ehren die neue Güterstraße Härtelstraße genannt ward.
Der Ehrenbürgerbrief wurde ihm am 14.06.1896 "in Anerkennung seines langjährigen ersprießlichen Wirkens für das Wohl der Stadtgemeinde" überreicht.