Waldheim in Sachsen
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Pfau, Dr. Clemens

Lehrer & Heimatforscher

* 20.04.1862 in Rochlitz
† 25.07.1946 in Rochlitz

Am 25.07. 2006 jährt sich zum 60. mal der Todestag von Herrn Prof. Dr. William Clemens Pfau.
Geboren wurde er als Sohn des Rats- und Amtmaurermeisters am 20.04.1862 in Rochlitz.
Herr Pfau besuchte das Gymnasium in Borna und studierte in Leipzig, Jena und Genf Germanistik, Geschichte und Sprachen. In seiner Doktorarbeit setzte er sich mit der altfranzösischen Grammatik auseinander.
Von 1887 bis 1911 arbeitete er vorwiegend als Lehrer an der Rochlitzer Realschule.
Auf Grund von Unzufriedenheit über den damaligen Direktor Prof. Wolf, nahm er die Berufung vom damaligen Waldheimer Bürgermeister Vogt als stellvertretender Direktor an das Realprogymnasium an.
Bis dahin erwarb sich Pfau bereits große Verdienste in seiner Heimatstadt Rochlitz. Er gründete bereits 1892 den Rochlitzer Geschichts- und Altertumsverein und übereignete ihm Teile seiner Sammlung. Diesem stand er von 1892-1912 und 1922-1930 vor. 1893 eröffnete er in der Schlosskapelle, die zur damaligen Zeit nur als Lagerraum des Amtgerichtes diente, ein Heimatmuseum. Er sah mit als einer der ersten in Sachsen die Notwendigkeit über eine staatliche Aufsicht der Bodendenkmäler.
Er leitete prähistorische Ausgrabungen, erschloss Quellen aus Archiven, trug Verschiedenes an Materialien zusammen und veröffentlichte es. So sind verschiedene Funde zur Besiedlungsgeschichte, wie z. B. Steingut- und Keramikfundsachen ihm gutzuschreiben, die noch heute im Museum in Rochlitz angeschaut werden können.
Er verfasste über 400 Veröffentlichungen über die Vergangenheit seiner Heimat, zu der auch Waldheim von 1912 bis 1918 zählte.
Im Jahr 1912 wurde er zum Ehrenbürger der Stadt Rochlitz ernannt.
Seine begonnene Arbeit in Rochlitz setzte er ebenso in Waldheim fort. Waldheim und Umgebung waren bis zu diesem Zeitpunkt in Bezug auf die Besiedlung und Vorgeschichte noch nicht erforscht. Dies war für einen anerkannten Gelehrten eine große Herausforderung.
1912 gründet er den Verein „Pflegschaft für Sächsische Volkskunde“. Dieser hat am Anfang bereits 38 Mitglieder, darunter Willi Ungethüm, mit dem er später das Waldheimer Heldenbuch herausgibt. Auch in Waldheim gibt er alle gesammelten Altertümer dem Heimatmuseum.
Auf seine Anregung hin wird zum 400jährigen Reformationsfest die Quergasse in Klostergasse umbenannt.
Seine zahlreichen Forschungsergebnisse veröffentlicht er in regionalen Zeitungen und lässt Sonderhefte drucken, wie z.B.: Die Wallanlagen bei Ziegra und Höfchen; Geschichte über Gesteine der Waldheimer Gegend; Die alten Waldheimer Bergkeller; Die Schützengesellschaft zu Waldheim und Ihre Schwestergilden im Rochlitzer Amt.
Schmerzhafte Erfahrungen sammelt er 1915. Sein einundzwanzigerjähriger Sohn Otto fällt im 1. Weltkrieg in Frankreich. Dies bewegt ihn, eine Otto-Pfau-Stiftung mit einem Startkapital von 1000 Mark einzurichten. Von den Zinsen sollen Schüler unterstützt werden. Desweiteren regt er das Waldheimer Heldenbuch an, sowie den Heldenfriedhof in Waldheim.
Als 56jähriger muss er sich auf Grund einer schweren Augenerkrankung am 12.07.1918 in den Ruhestand versetzen lassen. Er zieht zurück in seine Heimatstadt in sein Vaterhaus, und wirkt als Freischaffender.
Sein gesamtes Vermögen verliert er durch Kriegsanleihen und Inflation.
Danach widmet er sich nur noch seiner wissenschaftlichen Arbeit, verschloss sich dabei aber nicht dem aktuellen Zeitgeschehen.
1932, aus Anlass seines 70. Geburtstags, wurde der Platz bei seinem Elternhaus ihm zu Ehren in Clemens-Pfau-Platz umbenannt.
Am 25.07.1946 verstarb er in Rochlitz.

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