Waldheim in Sachsen
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Weißker, Paul Adolf

Foto: Wilh. Rieger Waldheim i/S.

Quelle: Museum Leisnig.

Kaufmann & Zigarrenfabrikant

* 04.09.1842 in Waldheim
† 18.06.1903 in Waldheim

Abschrift aus dem Buch: "Waldheimer Heimatfest vom 20.-22.08.1904"

Geboren den 04.09.1842, trat er 1866 in das Geschäft seines Vaters ein, wurde 1875 Stadtverordneter, 1876 Stadtrat. 1882 zum zweiten Male und zwar einstimmig zum Stadtrate gewählt, lehnte er ab, war später viele Jahre lang stellvertretender Vorsitzender des Kirchenvorstandes, Mitglied des Diözesan- Ausschusses, Vorstandsmitglied des Kreisvereins für innere Mission, des Gustav Adolf Vereins, des Vereins für die Herberge zur Heimat, des Jünglingvereins, des Schulausschusses, des Vorstandes der Höheren Fortbildungsschule und des Verschönerungsvereins. Ihm verdanken das Altertumsmuseum der Stadt und die Stadtbibliothek ihre Entstehung.
Waldheim besaß lange Zeit aus früheren Jahrhunderten nur ein höchst dürftiges und lückenhaftes Urkundenmaterial, das völlig ungeignet war, ein Bild der Vergangenheit zu geben. Man hatte sich auch bei uns allmählich an den Gedanken gewöhnt, daß die Mehrzahl der Denkmäler der alten Zeit von der Erde verschwunden sei, der Rest aber in allen Winden umherflatterte. Da erwachte in Weißker das Interesse für die Stadtgeschichte. Er fing an zu sammeln, studierte, von einem üblen Beinbruch auf das Krankenbett geworfen, was das städtische Archiv ausscheiden wollte und ausgeschieden hatte, kaufte ein Teil davon, richtete mit dem Spürsinn des Forschers und den Eifer des Sammlers seinen Blick auf andere Fundstätten am Orte und auswärts, kaufte, tauschte, kopierte und trug so im Laufe von Jahrzehnten Schätze zusammen, von denen man in weiteren Kreißen lange Zeit kaum eine Ahnung hatte. Vieles ward dem sicheren Untergange entrissen, anderes der Stadt zurückgewonnen, alles aber an die rechte Stelle gebracht. Aber wir würden Herrn Weißkers Verdienste unterschätzen, wollten wir ihn nur als Sammler schildern. Fast von Beginn seiner Arbeiten an pflegte er den historischen Stoff in kurze, knappe Sätze zusammenzufassen und diese chronikalisch zu ordnen. Auf diese Weise schuf er seine Annalen, an deren Vervollständigung und Berichtigung er bis in die letzten Tage seines Lebens arbeitete und denen seine Gewissenhaftigkeit, sein Urteil und seine Belesenheit einen ganz besonderen Wert verleihen. Eine Spezialität Weißkers sind weiter seine Forschung auf dem dornenvollen biographischen Gebiete, die sich in einer sehr großen Anzahl von Tabellen vorfinden. Seit Anfang dieses Jahres (Anmerk. d. Red.: 1904) sind die Weißkerschen Sammlungen von der Stadt angekauft und seine geschichtlichen Arbeiten werden fortgeführt.